Ein schwerer Job

photo-1429051781835-9f2c0a9df6e4„Sei ein Vorbild und schreib dein Buch weiter“

Dieser Satz kam mir in meinen Sinn, als ich vor ca. 3 Wochen eine einfache geführte Meditation gemacht habe. Dabei ging es darum, mich mit meiner Seele zu verbinden, sie zu sehen, zu fühlen und zu hören. „Sei ein Vorbild und schreib dein Buch weiter“. Als ich diesen Satz hörte, spürte ich schon die Tränen auf meiner Wange. Ja, das war es. Ich möchte ein Vorbild sein.

Ein Vorbild für all die Menschen,

die auf der Suche nach sich, ihrer Verrückheit, ihrem inneren Kind, ihrer Gelassenheit, ihrem Mut, ihrem Können und nach dem Sinn ihres Lebens, nach ihrem Feuer sind. Die eigene Suche danach hat mich manchmal fast in den Wahnsinn getrieben. Warum? Weil ich wie eine Maschine gearbeitet habe, nur um jeden Monat einen gewissen Betrag auf meinem Konto zu haben, der es mir ermöglicht hat, meinen Kühlschrank zu füllen. Jeden Tag bin ich abends ins Bett gegangen ohne zu wissen, welchen Sinn ich mit meiner Arbeit in meinem Leben erfülle. So oft habe ich mich selbst gefragt „WAS MACHE ICH HIER EIGENTLICH?“

Aber ich schweife ab

Wenn ich an meine Kindheit zurück denke, kommt mir einiges in den Sinn, aber kein Vorbild. Ich hatte einfach keines. Ich wollte oft so sein, wie einige meiner damaligen Freundinnen. Ich habe versucht den Stift beim Schreiben so zu halten, wie meine damals beste Freundin. Habe mir eine Zahnspange selber gebastelt, denn sie hatte auch eine. Ich habe gesprochen wie sie, bin gegangen wie sie. War sie mein Vorbild? Nein, denn ich habe mich selbst überhaupt nicht gesehen, ich war nicht gut genug, wollte anders und richtiger sein. Wenn ich damals gewusst hätte, wie wertvoll ein echtes Vorbild sein kann, hätte ich sicher einiges anders gemacht. Aber wer weiß das schon.

Sind Eltern immer automatisch Vorbilder?

Gewagte Frage. Vielleicht können wir als Kind gar nicht selbst bestimmen, wer ein Vorbild ist, und wer nicht. Das passiert doch aus dem Unbewussten heraus. Unsere Eltern leben uns ihr Leben vor, wie spiegeln es, nehmen es als unseres, aber können gar nicht überprüfen, ob es das ist, was wir selbst gerne leben möchten. In der Zeit als Teenager sind wir mal auf die Barrikaden gegangen, haben uns gewehrt und wollten natürlich nie wie unsere Eltern werden. Natürlich nicht. In den meisten Fällen leben wir eben doch das Leben unserer Eltern weiter. Ist das schlimm? Nein, natürlich nicht. Es sei denn, es ist es doch.

Meine Vorbilder

Haben alle einen schweren Job. Sie müssen mich mitreißen, antickern, festnageln, zum Lachen und zum Weinen bringen. Sie müssen mich an meine Grenzen bringen, rauf und runter, zum Träumen und zum Handeln, mich verrückt und mutig werden lassen, mich verzücken und mein Innerstes nach Außen bringen. Cooler Job, oder? Ob es diese Menschen in meinem Leben gibt? Oh ja, mehrere sogar. Und alle haben etwas gemeinsam. Sie berühren mich, tief und nachhaltig. Sie berühren mich, weil sie etwas in mir zum Erwachen bringen. Sie berühren mich, weil sie mir den Spiegel meiner Seele zeigen. Sie beflügeln mich, mich zu zeigen, wie ich bin. Authentisch, echt und nackt. Okay, das letzte nicht wörtlich nehmen!

„Sei ein Vorbild und schreib dein Buch weiter“

Vielleicht kann auch ich für irgendjemanden auf dieser Welt, die im Grunde so groß wie eine Erbse ist, ein Vorbild sein. Ein Vorbild für ein wildes Leben, das mit 44 noch mal eine ganz andere Wendung nimmt.

Ich schreibe an meinem ersten Buch, das (so hoffe ich) viele Menschen berührt und bewegt ihren eigenen Weg zu gehen, auch wenn gefühlte 1000 Steine im Weg liegen. Nicht nur meine, sondern auch viele andere Menschen erzählen in diesem Buch ihren Weg. Sie alle können ein Vorbild sein. Für mich sind sie es alle.

Danke lieber Jörg für diese tolle Blogparade. Ein für mich sehr bewegendes Thema.

Schaut mal auf seinem Blog vorbei, da gibt es noch ganz tolle Beiträge zum Thema Vorbilder.

2 Gedanken zu „Ein schwerer Job

  1. Pingback: Vorbilder | Mixup

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